Remotework
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12. Mai 2020 | Büro

Wie Corona unser Arbeitsleben nachhaltig beeinflussen könnte

Mona HessMona Hess - Online-Marketing

Vor einigen Wochen hieß es: von heute auf morgen im Home-Office. Das Coronavirus zwingt uns, das eigene Arbeitsleben remote und online zu erleben. Für uns als Digitalagentur bereits im Büroalltag gelebt, wird dies schnell zur großen Herausforderung für einige Mitarbeiter und Firmen.

Flexibles Arbeiten durch digitale Prozesse – was bringt die Veränderung der Arbeitswelt und wie könnte sich unser Arbeitsverhalten durch Corona entwickeln?

Einfacher Arbeiten erfordert radikales Umdenken

Kurzarbeit, geschlossene Geschäfte, keine Dienstreisen mehr – abgesehen von den negativen Seiten der Krise könnte es auch einen positiven Effekt auf die Arbeitswelt haben: Wie wir in Zukunft einfacher und vielleicht sogar besser arbeiten.

Laut Bitkom arbeitet jeder dritte Beschäftigte, sofern die Tätigkeit für das Home-Office geeignet ist, von zu Hause aus. Viele Unternehmen finden jetzt die Zeit „erzwungenermaßen umzudenken“ und die Home-Office-Arbeit in ihr Unternehmenskonzept einfließen zu lassen. Voraussichtlich wird auch hier in Zukunft die Kombination aus Büroalltag und Home-Office eine tragende Rolle spielen.

Die Vertrauenskultur oder Regeln für eine optimale Zusammenarbeit müssen gegeben sein.

Flexibel durch Struktur

Ein weiteres Stück Flexibilität bringt der Entfall von zwei Anfahrtswegen. Es bleibt morgens Zeit, bevor es an die Arbeit geht, gemeinsam als Familie zu frühstücken oder abends endlich die lang erhoffte Zeit für sportliche Aktivitäten zu finden.

Gewisse Strukturen sind nun wichtig und erleichtern uns den Arbeitsalltag. Auch in Zeiten von Home-Office ist es ebenso wichtig gewisse Routinen in den Tag einzubauen. Dies kann bereits mit der Wahl der Kleidung beginnen bis hinzu der fixen Kaffeepause, die auf dem Balkon verbracht wird. Vielleicht ermöglichen die Veränderungen im Arbeitsleben auch einen Sprung in der Familienstruktur/-planung, da auf einmal Familie und Kinderbetreuung unter einen Hut zu kriegen sind. Wird flexibles Arbeiten von zu Hause aus also alltäglich werden? Zumindest entdecken Unternehmen neben der Möglichkeit des Home-Office auch vermehrt die Tools der digitalen Kommunikation (besonders für interne Mitarbeiter) wie zum Beispiel Slack, Microsoft Teams oder Teamviewer. Herausforderung ist hierbei die Technik – denn die muss klappen. Doch vielleicht ist genau das ein entscheidender Punkt, der dabei helfen wird, den technologischen Fortschritt voranzutreiben. Immer mehr Menschen schreien nach flächendeckendem, stabilem Internet, welches in Zeiten von verbreitetem Home-Office nun mehr Support innerhalb der Bevölkerung und der Politik finden sollte. Auch stellt sich die Frage welche neuen Technologien zum Einsatz kommen werden, womöglich sitzen wir bald doch wieder vereint als Team in einem Besprechungszimmer – diesmal allerdings jeder bei sich zuhause mit einer Virtual Reality-Brille.

Vielleicht brauchen wir auch einfach nur einen Blick auf das große Ganze. So schreibt auch Trend- und Zukunftsforscher Matthias Horx in seinem Szenario-Rückblick, der nach der Corona-Krise auftreten soll: „(…) Gleichzeitig erlebten scheinbar veraltete Kulturtechniken eine Renaissance. Plötzlich erwischte man nicht nur den Anrufbeantworter, wenn man anrief, sondern real vorhandene Menschen. Das Virus brachte eine neue Kultur des Langtelefonieren ohne Second Screen hervor. Auch die »messages« selbst bekamen plötzlich eine neue Bedeutung. Man kommunizierte wieder wirklich. Man ließ niemanden mehr zappeln. Man hielt niemanden mehr hin. So entstand eine neue Kultur der Erreichbarkeit. Der Verbindlichkeit.“

Wir werden uns verändern

Home-Office wird nach Corona sicher Teil unserer Normalität. Fragen wie „Muss das Meeting wirklich persönlich abgehalten werden oder genügt ein Video-Call?“ könnten womöglich bald an der Tagesordnung stehen. Dadurch könnte sich auch unser mobiles Verhalten ein Stück weit verändern: Video-Meetings anstatt aufwändiger und teurer Dienstreisen, außerdem könnte das tägliche Pendeln zum Arbeitsplatz (teilweise) entfallen. Somit kann jeder Mitarbeiter seine Zeit flexibel gestalten und jedes Unternehmen Geld sparen, seinen ökologischen Fußabdruck reduzieren und das Klima zumindest in Teilen schützen. Auch in anderen Bereichen könnten wir Veränderung erleben: So hat es erst eine Krisensituation gebraucht, um die sogenannten „systemrelevanten“ Berufe mehr wertzuschätzen.

Was ich (bisher) aus der Corona-Krise gelernt haben

  • Video-Calls ersetzen den persönlichen Kontakt im Büro nicht komplett, sind aber gute Alternativen um auf dem Laufenden zu bleiben, das Team zu sehen und gemeinsam an Aufgaben zu arbeiten.
  • Gerade in Krisenzeiten kommen eine gute Arbeitsstruktur und eine gemeinsame Basis positiv zum Tragen.
  • Das Meeting, das sonst eine Stunde gedauert hätte, lässt sich durch eine kurze Videokonferenz oder ein Telefonat effizient ersetzen, denn es wird fokussierter am Thema gearbeitet.
  • Gerade kleine und mittelständische Unternehmen müssen digitale Strukturen mehr aufnehmen und in ihren Alltag integrieren, dies gilt auch für viele Institutionen und öffentliche Einrichtungen.
  • Home-Office und Video-Calls werden Alternativen zu bisherigen Büro-Strukturen.
  • Unsere Internetverbindung ist vielleicht doch gar nicht so schlecht wie bisher angenommen, Luft nach oben ist allerdings immer noch da.

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